The Beginning of the End (oder: Vorbereitungsphase)

Jedes erfolgreiche Gefecht bedarf einer vernünftigen Vorbereitung!

Wie nennt man Raucher, die unvorbereitet aufgehört haben? – Raucher!
Zugegebenermaßen bezeichne ich die Gescheiterten auch heimlich als Opfer, nun ja jetzt wohl nicht mehr ganz so heimlich. Vor gar nicht allzu langer Zeit haben bei meinem ehemaligen Arbeitgeber reihenweise die Raucher damit aufgehört, es wurde allmählig wirklich einsam beim rauchen. Mittlerweile haben die meißten davon wieder angefangen… Opfer. Und da ich zu stolz bin um nach meiner eigenen Definition als Opfer zu gelten werde ich nur noch ein einziges mal aufhören.
Ich habe tatsächlich mit süßen 18 Jahren den ersten, spontanen und unvorbereiteten Versuch gestartet. Ich war damals mit einem Freund, seiner Familie und einer weiteren mit denen verwandten Familie in den Urlaub gefahren. Der Haken war, dass alle samt Nichtraucher waren (mich natürlich ausgeschlossen). Ich mir natürlich gedacht, hey… wennde die nächsten 14 Tage eh nich viel rauchen wirst kannste auch gleich aufhören. Großer Fehler, nach dem Urlaub kenn ich die Antwort auf die Frage:”Kann man 2 Wochen lang jede Nacht von Zigaretten träumen?” (Die Antwort ist Ja!)

Wie sieht nun meine Vorbereitung aus? – Zunächst Nichts überstürzen.
Man darf nicht vergessen, dass mich das rauchen seit über 10 Jahren wie ein alter Freund durch’s Leben begleitet. Auch wenn man das angeblich nicht tun sollte, ich finde man muss sich auch gebührend davon verabschieden und die letzte, kurze, gemeinsame Zeit genießen.
Nichtsdestotrotz ist der erste Schritt der Vorbereitung bereits getan. Ich habe heute den eher beiläufigen Rat einer Freundin in die Tat umgesetzt (unerwarteterweise… in letzter Zeit überrasche ich mich dauernd selbt). Ich habe mir erfolgreich extra ekligen Tabak organisiert! Ist gar nicht so einfach, man muss erst einmal einen schäbigen Kiosk finden der so etwas führt (“Gott” sei Dank gleich um die Ecke). Es gibt ein zwei drei Indizien die auf unglaublich wiederlichen Tabak schließen lassen:

  1. Man ist Raucher und kennt die Marke nicht. ( – Check)
  2. 40 Gramm kosten weniger als 4€. ( – Check 3,50€)
  3. Die Verpackung ist hässlich. ( – Check)
  4. Es steht “Zware Shag” drauf. ( – Check)

Der Geruchstest hat mir im übrigen bereits gesagt, dass ich genau richtig lag – der dürfte auf meiner nicht vorhandenen Top 3 der ekelhaftesten Tabakprodukte Platz Nummer 1 belegen. Eigentlich riecht diese Sorte wenigstens authentisch – es riecht einfach nur ungesund.

*anzünd* … *zieh* … *inhalier* … ugh herrlich ekelhaft.

Man muss dazu wissen, dass ich das Rauchen an sich ausgiebig genieße, deshalb ist das durchaus eine Folter. Ich habe mir für gewöhnlich immer etwa 4 Sorten Tabak organisiert, 3 davon mit unterschiedlichen Fruchtaromen, schmeichelt den Nasen der Mitmenschen und schmeckt wirklich ganz interessant. Nelkenzigaretten sind sehr empfehlenswert, die hinterlassen einen süßen Geschmack auf den Lippen.

Aber (und es gibt immer ein “Aber”)

Machen wir uns nix vor, es ist alles giftig, egal wie gut es riecht.

Schritt Nummer 2 ist herauszufinden wann ich das Bedürfnis nach einer Zigarette habe. Jetzt zum Beispiel, wärend ich hier herumtippe. Viele fallen mir spontan ein aber jede Wette, dass es noch einige Situationen gibt an die man nicht denkt. Deshalb werde ich in noch näherer Zukunft mal ein paar Tage nicht rauchen. Zu reflektieren ist im Leben sowieso wichtig, man lernt sich selbst um einiges besser kennen wenn man sich mal in Ruhe zurück lehnt und über sich selbst nachdenkt. Wieso hat man dies, das oder jenes getan? Warum geht’s mir so wie’s mir geht? Man kommt zu interessanten Schlüssen und nicht alles was man feststellt wird einem gefallen.

Schritt Nummer 3 (eigentlich in meinem Fall Schritt Nummer 1) ist die Manifestation des Vorhabens. In meinem Fall in Form eines Blogs. Falls eines Tages meine Willenskraft zu kippen droht will ich mir selber nicht die Blöße geben mein scheitern kund tun zu müssen. Nicht weil es irgendeinen Leser enttäuschen könnte sondern mich selbst. Somit steht meine Selbstachtung auf dem Spiel und das motiviert zusätzlich. (Ja, man muss sich im Leben eben bei vollem Bewusstsein auch mal selber verarschen.)

So, nun ist der Kampf offiziell eröffnet, passend hierzu die sowjetische Nationalhymne. Ich finde das sie musikalisch enorm viel Kampfgeist ausdrückt.

NNN

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